Kritik am Düsseldorfer Narrencollegium

Helau und Alaaf, das geht gar nicht. Da sind sich die Düsseldorfer einig. Helau, Shalom und Salam, das geht. Da sind sich die Düsseldorfer auch einig. Helau und Heil, das geht nicht. Da sind sich die Düsseldorfer, die Haltung besitzen und sich klar zur Demokratie bekennen, auch einig. Das gilt offenbar nicht für das Narrencollegium, das 2017 den Rechtsanwalt Björn Clemens in den Verein aufgenommen hat, wohl wissend und gut diskutiert, dass er eindeutige, unzweifelhafte und dokumentierte aktive Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat.

Der darf dabei sein, darf auf dem Mottowagen Helau rufen und vielleicht auch manchmal ein genuscheltes „Heil“, die rechte Gesinnung muss ja nicht jeder da draußen mitbekommen. Um die Sache abzurunden und kirchlich zu legitimieren, lässt man den Karnevals-Wagen dann auch noch von einem Geistlichen absegnen. Und behauptet frech, „dass Politik ‚bei uns im Verein’ außen vor sei“. Politik von Rechtsaußen darf aber nicht außen vor sein...Stopp, halt, doch, dass muss Rechtsaußen-Politik sogar! Rechtsaußen muss außen vor sein, darf weder rein in ein solches Narrencollegium (die Polemik des nahe liegenden Wortspiels ersparen wir uns), noch auf den Mottowagen, noch in den Zug hinein.

Und nein, die Politik ist im Karneval eben nicht außen vor! Und in Düsseldorf erst recht nicht. Wir alle sind stolz auf die weltweite Beachtung, die man Tillys politischen Mottowagen schenkt! Das Narrencollegium darf sich fast sicher sein, dass Tilly jetzt schon Ideen hat, einen eigenen „Gegenwagen“ zu gestalten.

Für das Narrencollegium gibt es eigentlich nur eins: Rückzug vom Zug, nicht mitfahren. Ein klares Zeichen setzen, das geht alles so nicht. Dem Symbolgehalt der Eule, die das Collegium im Logo hat, endlich, wenn auch spät, Rechnung zu tragen, (endlich!) Weisheit und Vernunft anzunehmen. Klare Kante zeigen. Ansonsten ist das Comitee Düsseldorfer Carnveal gefragt, in diesem Jahr „CC 33“, so die Registriernummer des Narrencollegiums auf der Webseite des Comitees (zum Glück nicht „CC 88“!), von einer Mitfahrt auszuschließen.

Update: Inzwischen hat sich das Narrencollegium auf Facebook geäußert.

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